Pistaziencreme hat den Sprung vom Feinkostregal in den ganz normalen Einkaufswagen geschafft. Spätestens seit dem Hype um Dubai-Schokolade fragen viele Kunden gezielt danach – und stehen dann vor der Frage: Wo bekomme ich eine gute Creme, und woran erkenne ich sie? Dieser Guide zeigt die typischen Bezugsquellen vom Supermarkt bis zum Onlineshop und erklärt, worauf Sie bei Zutatenliste und Pistazienanteil achten sollten.
Supermarkt: REWE, Edeka, Kaufland und Co.
Die großen Supermarktketten führen Pistaziencreme inzwischen häufig, allerdings mit wechselndem Sortiment, das je Markt verschieden ausfällt. Ein großer REWE-Center kann mehrere Marken im Regal haben, während ein kleiner City-Markt gar keine führt. Fündig werden Sie meist an einer dieser Stellen:
- Regal für süße Brotaufstriche, direkt bei Nuss-Nougat-Cremes und Erdnussbutter
- Feinkost- oder Italien-Abteilung, oft bei Antipasti und importierten Spezialitäten
- Backzutaten, wenn die Creme als Füllung oder Backzutat vermarktet wird
- Aktionsflächen und Themenwochen, etwa rund um italienische Produkte
Praktischer Tipp: Die Onlineshops und Apps von REWE, Edeka und Kaufland zeigen für viele Filialen an, ob ein Artikel vor Ort verfügbar ist. Das erspart die Suche durch drei Märkte. Verlassen Sie sich aber nicht auf ein festes Sortiment – was diese Woche im Regal steht, kann nächste Woche ausgelistet sein.
Discounter: Lidl, Aldi und Penny
Bei Discountern ist Pistaziencreme überwiegend Aktionsware. Lidl, Aldi und Penny nehmen sie immer wieder zeitlich begrenzt ins Sortiment, etwa in Italien-Themenwochen oder vor Weihnachten, wenn viel gebacken wird. Wer dort eine Creme entdeckt, sollte wissen: Die Aktion läuft aus, ein Nachkauf derselben Sorte ist später oft nicht möglich. Ein Blick in die wöchentlichen Prospekte oder Apps lohnt sich, wenn Sie gezielt auf ein Angebot warten.
Drogerie: dm und Rossmann
In Drogeriemärkten suchen Sie klassische Pistaziencreme mit Zucker und Schokoladenanteil meist vergebens. dm und Rossmann führen in ihren Lebensmittelabteilungen eher Nussmuse aus dem Bio-Segment – also Pistazienmus, das sich deutlich von Pistaziencreme unterscheidet: Es besteht in der Regel nur aus gemahlenen Pistazien, ohne Zucker und ohne Fettzusatz. Für Smoothies, Porridge oder zum Selbermischen einer eigenen Creme ist das eine gute Basis, als süßer Brotaufstrich schmeckt es pur jedoch herb. Auch hier gilt: wechselndes Sortiment, je Filiale verschieden.
Online kaufen: die größte Auswahl
Die mit Abstand breiteste Auswahl finden Sie online. Dort bekommen Sie Produkte, die es in deutsche Supermarktregale selten schaffen:
- Sizilianische Cremes mit hohem Pistazienanteil, oft direkt von kleinen Herstellern rund um Bronte
- Pistazienmus in Rohkost- oder Bio-Qualität aus spezialisierten Nussmus-Shops
- Cremes für die Gastronomie und Patisserie in größeren Gebinden
- Marktplatz-Angebote mit internationalen Marken, etwa aus Italien oder der Türkei
Beim Onlinekauf können Sie in Ruhe Zutatenlisten vergleichen – ein echter Vorteil gegenüber dem schnellen Griff ins Regal. Achten Sie auf vollständige Produktangaben im Shop: Seriöse Händler nennen Pistazienanteil, Zutaten und Herkunft. Fehlen diese Angaben, ist Skepsis angebracht. Rechnen Sie bei kleinen Herstellern Versandkosten ein und prüfen Sie im Sommer, ob der Händler wärmeempfindliche Ware entsprechend verpackt.
Feinkosthandel und italienische Lebensmittelgeschäfte
Eine oft übersehene Quelle sind italienische Feinkostläden und Wochenmarkthändler. Dort steht häufig sizilianische Pistaziencreme im Regal, manchmal von Herstellern, die online kaum zu finden sind. Der Vorteil: Sie können nach der Herkunft fragen und bekommen mitunter eine ehrliche Einschätzung, welche Creme sich für Croissants, Eis oder einfach den Löffel eignet. Auch türkische und arabische Supermärkte lohnen einen Blick – dort gibt es neben Cremes oft ganze Pistazien in guter Qualität.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Der Pistazienanteil
Das wichtigste Kriterium steht klein gedruckt auf dem Etikett. Der Pistazienanteil schwankt je nach Produkt erheblich – von unter 20 Prozent bei günstigen Cremes bis deutlich über 40 Prozent bei sizilianischen Spezialitäten. Reines Pistazienmus besteht sogar zu 100 Prozent aus Pistazien. Grob gilt: Je höher der Anteil, desto intensiver der Pistaziengeschmack und desto höher der Preis. Eine Creme mit sehr niedrigem Anteil schmeckt vor allem nach Zucker und Fett, die Pistazie liefert dann kaum mehr als die Farbe.
Die Zutatenliste
Zutaten sind absteigend nach Menge sortiert. Daraus lässt sich viel ablesen:
- Steht Zucker an erster Stelle, ist die Creme in erster Linie ein süßer Aufstrich mit Pistazienaroma.
- Palmöl oder andere Pflanzenfette strecken die Creme und machen sie streichfähig – geschmacklich tragen sie nichts bei.
- Aromen und Farbstoffe deuten darauf hin, dass der natürliche Pistaziengeschmack nicht ausreicht. Eine knallgrüne Farbe stammt selten allein aus der Nuss.
- Kurze Listen mit Pistazien, Zucker, Milchbestandteilen und eventuell weißer Schokolade sprechen für ein ehrliches Produkt.
Welche Marken sich in diesen Punkten unterscheiden, zeigt unser Vergleich verschiedener Pistaziencreme-Marken im Detail.
Herkunft der Pistazien
Manche Hersteller geben an, woher ihre Pistazien stammen – Sizilien, Iran, Kalifornien oder die Türkei. Das ist ein Qualitätshinweis, denn die Anbauregionen unterscheiden sich in Sorte, Farbe und Aroma spürbar. Was die einzelnen Herkünfte auszeichnet, lesen Sie in unserem Überblick über die besten Pistazien der Welt und ihre Sorten.
Preise einordnen – ohne Regalversprechen
Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht, denn sie ändern sich laufend und unterscheiden sich je nach Händler, Marke und Glasgröße stark. Als Faustregel gilt: Pistaziencreme kostet in aller Regel mehr als Nuss-Nougat-Creme, und ein hoher Pistazienanteil treibt den Preis weiter nach oben. Das liegt am Rohstoff selbst – warum Pistazien so teuer sind, hat handfeste Gründe vom aufwendigen Anbau bis zur Ernte. Vergleichen Sie deshalb statt des reinen Glaspreises den Preis pro 100 Gramm in Relation zum Pistazienanteil. Eine teurere Creme mit doppelt so viel Pistazie kann die ehrlichere Rechnung sein.
Die Alternative: Pistaziencreme selber machen
Wenn das Regal leer ist oder keine Creme Ihren Ansprüchen genügt, bleibt ein dritter Weg: selbst herstellen. Aus gerösteten, geschälten Pistazien, etwas Zucker und je nach Rezept weißer Schokolade entsteht im Mixer eine Creme, deren Pistazienanteil Sie selbst bestimmen. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zur eigenen Pistaziencreme führt durch den gesamten Prozess – vom Kauf der richtigen Kerne bis zur Aufbewahrung im Glas.
Kurz zusammengefasst
Supermärkte und Discounter führen Pistaziencreme immer öfter, aber ohne Garantie: Das Sortiment wechselt und variiert je Markt – prüfen Sie die Verfügbarkeit vor Ort oder im Onlineshop. Drogerien punkten mit purem Pistazienmus, Onlinehändler und Feinkostläden mit sizilianischen Cremes und hohem Pistazienanteil. Entscheidend ist am Ende nicht der Einkaufsort, sondern das Etikett: Pistazienanteil und Zutatenliste verraten, ob Sie Pistazie kaufen – oder vor allem Zucker mit grüner Farbe.











